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Unsere Pastoren

Pastorin Elfriede Siemens

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EMail an Frau Siemens

 

 

 

 

Pastorin Elfriede Siemens,

gebürtige Ostfriesin, hat nach dem Studium der Theologie in Bethel, Heidelberg und Göttingen und dem Vikariat in Hannover zunächst einige Jahre ehrenamtlich als Pastorin gearbeitet. Seit 1993 ist sie hauptamtliche Pastorin auf der I. Pfarrstelle in St. Nikolai Bad Essen. Ab 2000 ist sie Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Außerdem ist sie seit 2011 stellvertretende Superintendentin, zunächst im Kirchenkreis Melle, jetzt im Kirchenkreis Bramsche. Sie arbeitet im Kirchenkreistag und im Kirchenkreisvorstand mit. Die Nähe zu den Menschen in der Gemeinde liegt ihr ebenso am Herzen wie ein gutes Miteinander mit den Nachbargemeinden, insbesondere auch nach der Veränderung der Kirchenkreiszugehörigkeit. Sie möchte den christlichen Glauben so vermitteln, dass deutlich wird, der Mensch von heute ist gemeint, der Glaube an Jesus Christus will heute zum Lebenssinn verhelfen, trösten, stärken und Hoffnung geben.

Pastor Andreas Siemens,

den die Bad Essener schon kennen, ist nun seit dem 1. Oktober 2015 verstärkt in der Gemeinde tätig

 

Abschied

Abschied von Pastorin Siemens

Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! Im Gottesdienst am Erntedankfest (1. Oktober), der ausnahmsweise erst um 15.00 Uhr stattfindet, wird unsere langjährige Pastorin Elfriede Siemens nach mehr als 24 Jahren Dienst in unserer Gemeinde in den Ruhestand verabschiedet. Aus diesem Anlass hat ihr die Redaktion des CUMULUS vier Fragen zu ihrer Zeit in Bad Essen gestellt.

 

Was war und ist für Sie das Wichtigste am Beruf einer Pastorin?

Es gibt eine Menge Wichtiges in meinem Beruf. Die zwei wichtigsten Voraussetzungen, ihn auszuüben, kann ich nicht voneinander trennen: einmal den Glauben und das Hochhalten des Wortes Gottes und die Liebe zu den Menschen. Daraus ergibt sich, dass Gottesdienste und Ansprachen, aber durchaus auch Sitzungen immer wieder neu – eben theologisch fundiert und mit Liebe – vorzubereiten sind. Daraus ergibt sich auch, dass man frei und ohne Menschenfurcht verkündigen, etwas von seinem theologischen „Handwerk“ verstehen und sich für den einzelnen Menschen in seiner Lebenssituation interessieren sollte. Ich habe immer versucht, mich daran zu halten; sicher ist es nicht immer in gleicher Weise gelungen.

Welches Erlebnis/ welche Erlebnisse ist/ sind für Sie unvergesslich?

Da ich ein gutes Gedächtnis habe, ist vieles für mich unvergesslich, was ich in der St. Nikolai-Gemeinde in den mehr als 24 Jahren Dienst erlebt habe. Meine Erinnerung geht von negativen Erfahrungen mit Menschen über traurige Ereignisse wie das letzte Abendmahl bei einer 25-jährigen hin zu fröhlichen und aufbauenden Erfahrungen. Manches verzeichne ich unter kleinen Wundern. Dazu zwei Beispiele: Eine alte Frau konnte krankheitsbedingt nicht mehr sprechen, sondern nur noch lallen. Ihr Mann hat sie liebevoll gepflegt. Anlässlich eines Ehejubiläums hielt ich im Hause eine Andacht, und als wir beim Vaterunser angelangt waren, betete die kranke Frau in klaren Worten mit. Das werde ich nie vergessen.

Das zweite: Es war noch vor dem Hoyaer Konirmandenmodell, d.h. manche Konfis kamen mit 13 schon mit Unlust. Viele wussten, Kirche ist langweilig. Ein Mädchen sagte zu Beginn zu ihrer Motivation: „Ich komme nur, weil meine Mutter das will. Selber halte ich nichts davon.“ Im Gottesdienst hing sie entsprechend in der Bank mit verschränkten Armen. Das Gesangbuch wurde selbstverständlich nicht aufgeschlagen. Als ich in der Familie gegen Ende der Unterrichtszeit einen Hausbesuch machte, sagte dasselbe Mädchen in Bezug auf den Gottesdienst: „Inzwischen geht man da ja fast gerne hin.“ Auch das behalte ich als kleines Wunder in Erinnerung.

Was wünschen Sie sich für Ihren Ruhestand bzw. was haben Sie sich für Ihren Ruhestand vorgenommen, damit Ihre Zeit zur erfüllten Zeit wird?

Für den Ruhestand wünsche ich mir mehr Ruhe und mehr Bewegung.

Das klingt auf den ersten Blick widersprüchlich, ist es aber nicht. Deshalb geht man ja in meinem Alter in den Ruhestand, weil man gesundheitlich den Berufsstress nicht unbegrenzt aushält. Mit weniger Verpflichtungen wird es dann automatisch ruhiger, man ist nicht ständig unter Druck. Und da erhoffe ich mir, aktiv etwas für meine Gesundheit tun zu können, mehr Zeit für Spaziergänge, Wanderungen und ähnliches zu haben, alles, was in einem „sitzenden“ Beruf zu kurz kommt.

Darüber hinaus möchte ich irgendwann meine Lebenserinnerungen aufschreiben, noch einmal intensiv auf dem einen oder anderen theologischen Gebiet weiterforschen, aber auch sonst mehr lesen. Den Kurpastorinnendienst und die plattdeutschen Ansprachen im NDR würde ich gerne noch ein paar Jahre weitermachen. Vorstellen könnte ich mir auch, dass ich in der Gemeinde, in der ich künftig leben werde, noch das eine oder andere Angebot mache, z.B. ein Mittags- oder Abendgebet in der Woche anbiete, wenn dies von dem Gemeindepastor / der Gemeindepastorin gewünscht wird. Ich werde mich nicht aufdrängen. Für alles gilt: So Gott will und wir leben.

Abschied am Erntedankfest

Die Arbeit einer Pastorin kann man durchaus neben die eines Landwirts stellen.  Und zwar deshalb, weil sich in der Bibel häufig Bilder aus der Landwirtschaft finden, für die Verkündigung des Evangeliums.  Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte.“ (Lk 10,2) Er erzählt das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld, je nachdem auf welchen Teil die Saat fällt, bringt sie mehr Frucht oder wenig oder keine. (Mk 4,1-9) Er erzählt das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat (Mk 4,26-29) und vom klitzekleinen Senfkorn, aus dem ein großer Baum entsteht, ohne Zutun des Landwirts – er sät es nur aus. (Mk 4,30-32) So geht es im Reich Gottes zu. Am 1. Oktober haben wir nun zweierlei Ernte: Die eine sichtbare, die uns die Fülle des Segens Gottes beschert hat, um uns zu ernähren, um uns das physische Leben zu erhalten. Dafür sagen wir Gott mit Worten und mit Musik Lob und Dank. Bei der Saat des Wortes Gottes werden wir erst am Ende der Zeit die Ernte feiern, also sehen,  dass und wo das Evangelium vielfältige Frucht gebracht hat. Für mich ist dieses Erntedankfest aber ein Anlass, Gott für all das zu danken, was möglich war in den 24 Jahren und 2 ½ Monaten, in denen ich in der St. Nikolai-Gemeinde Dienst getan habe – in Zusammenarbeit mit vielen Ehrenamtlichen. Es ist mir klar, dass ein „Erfolg“ bei Konfirmandenunterricht und Predigt wenig messbar ist. Aber wenn sich Menschen in der einen oder anderen Lebenssituation erinnern, dass das Gebet und das Wort der Bibel Hilfe geben können, dann ist das ein Grund zum Danken. Die „Frucht“ der Verkündigung ist bei all unserem Bemühen Gottes Werk. Oder mit Paulus: „Ich habe gesät, Apollos hat begossen, aber Gott hat das Gedeihen gegeben.“ (1. Kor. 3,6) Dafür singen wir nun am 1. Oktober auch unser Loblied an den dreieinigen Gott. Der möge die Gemeinde behüten und in seinem Wort erhalten.                 

Herzlichst Ihre Pastorin

Elfriede Siemens